Uganda - Projektblog

 
 
 
 
       
 

Februar 2008

Oktober 2007

 
 

Mittlerweile sind 16 Kinder ins Home of Hope eingezogen - den Weg dorthin könnt Ihr weiter unten verfolgen!

 
       
 

31. Juli 2007: Der Countdown läuft - Natalias Flieger in Richtung Uganda hebt ganz bald in München ab. Nicole hat noch eine Nacht Schonfrist. Julia ist bereits seit zwei Wochen in Kampala, der Hauptstadt Ugandas und besucht Freunde. Wenn wir dort am 2. August alle wieder zusammen treffen, werden wir uns auf den Weg machen nach Katuvo und Nakatogo im Südwesten Ugandas um unsere Vision vom Home of Hope in die Tat umzusetzen. 

Endlich können wir damit beginnen, unsere vorhandenen Ideen in die Tat umzusetzen und uns vom "African Spirit" und den Menschen vor Ort neu inspirieren zu lassen. Den zahlreichen Spendern ist es zu verdanken, dass wir die Pläne auch umsetzen und den Kindern bald ein Zuhause bieten können. An dieser Stelle sagen wir allen nicht namentlich genannten Spendern auch im Namen der ugandischen Beteiligten und Waisenkinder noch einmal Webale nyo (Vielen Dank)!.

Der Plan geht weiter... aber dazu später mehr. Nun begeben wir uns erstmal auf die Reise und hoffen, dass wenn uns die Technik nicht im Stich lässt, Sie uns auf dieser Seite ein wenig auf unserem Weg begleiten werden. 

 

Ungefähr dort liegt Nakatoogo

 
 

 

 
 

15. August 2007: Natalias erster Bericht aus Uganda:

Nicole und ich sind heil in Uganda angekommen.

Nach ein paar Tagen in Kampala mit Trommel und Tanzworkshop ging es dann ins Village genannt Nakatoogo. Zunächst fuhren wir mit dem Matatu nach Katovu, wo Geraldessa Gladys ihre Hebammenklinik betreibt. Dort wurden wir herzlichst und mit reichhaltigem ugandischen Essen empfangen. Matooke (Kochbananenbrei), Enkoko (Hühnchen), Kartoffeln, sowie Erdnusssosse ließen uns schnell von der dreistündigen Fahrt erholen. Am nächsten Tag ging es weiter nach Nakatoogo. Nach Aussage von Geraldessas Bruder (Uncle) 15 bis 20 Kilometer, gefühlte 50 bis 80 km von Katovu entfernt, idyllisch gelegen mitten in einer riesigen Bananenplantage fanden wir das Haus vor. Geraldessa hatte etwas von ihrem Land verkauft und so schon angefangen, das Haus zu reparieren.

Nach ein wenig Kalkulation zusammen mit Uncle liefen wir ins Dorf, um schon einmal elf Betten zu bestellen. Das Dorf wirkte sehr ausgestorben. Hauptsächlich alte Menschen und Kinder waren zu sehen. Auch Matratzen wurden schon einmal bestellt, damit sie dann in zwei Wochen da sind, rechtzeitig, wenn die Betten fertig sein werden.

Die Bettenbestellung dauerte ca. 2 h. Als wir zurück kamen, hatten die Nachbarn bereits angefangen für uns zu kochen. Sie freuten sich riesig darüber, dass Geraldessa und wir uns entschlossen haben, das Haus für einige Waisenkinder herzurichten. Während wir unser Matooke-Mahl richtig traditionell mit den Fingern und unter Bananenpalmen im Freien zu uns nahmen, kamen einige der Dorfbewohner vorbei und begrüßten uns. Der Chairman (Vorsitzende des Dorfes) erklärte uns, dass er uns gerne behilflich sein wolle, die "echten" Waisenkinder ausfindig zu machen. Jedoch ist der Lebensstandard aller Familien in dem Dorf sehr niedrig. Die Nachbarn leben in einer Lehmhütte und schlafen auf Bastmatten auf dem Boden. So entstand bei uns auch gleich die Idee, nicht nur einzelne Kinder zu unterstützen, sonder evtl. auch Patenschaften für Familien zu suchen.

Nach wiederholten Dankesbekundungen fuhren wir erstmal wieder zurück nach Katovu.

Seit vorgestern sind wir jetzt wieder in Kampala und sind jetzt dabei alle Dinge für das Haus zu besorgen (Waschschüsseln, Wasserkanister, Bettdecken, Töpfe, Teller...).

Am Montag wird Julia wieder ins Village fahren, damit wir mit der Renovierung beginnen können. Zusammen mit Geraldessa und ihrem Bruder wird sie die Feinplanung machen.

Ein Erlebnis das uns nicht mehr loslässt:

Als wir in Katovu auf unser Taxi warteten, das uns wieder nach Kampala bringen sollte, kam eine Mutter mit ihrem Kind in Geraldessas Klinik. Das Kind hatte einen Wasserkopf und die Eltern waren beide noch sehr jung. Geraldessas Klinik ist die einzige im Umkreis von ca. 100 km, und so kommen die Menschen mit allen Problemen zu ihr.

Julia hatte zuvor in einem Krankenhaus gearbeitet, wo sie sich auf die Behandlung von Wasserköpfen spezialisiert haben. Und so konnte die junge Mama nach ein paar Telefonaten mit uns nach Kampala fahren.

Sie ist nun in dem Spezialkrankenhaus und das Kind wird morgen operiert. Die OP kostet 400 Euro. Wir hoffen, dass wir dieses Geld noch zusammenbekommen, obwohl diese  Hilfe nicht vorgesehen war. Dennoch konnten wir die verzweifelte Mutter nicht wieder nach Hause schicken.

27. August 2007: Vom Waisenhaus und den Warriors

Auf der NEIA-Hauptversammlung im Juni hatte Natalia die gute Idee, die Warriors aus Nairobi nach Kampala einzuladen um gemeinsam mit ihrem Freund Geoffrey in dessen Studio eine gemeinsame CD aufzunehmen, deren Erlös den Projekten zugute kommen soll. Zunächst hatten sich die Warriors dann für den 9. August angekündigt, dann hieß es, sie kämen erst am 13. August. Da Nicole und Natalia die Gruppe in Kampala in Empfang nehmen wollten, ist Julia in Begleitung einer anderen Muzungu und mit ein paar Millionen Shilling in der Tasche wieder ins Village gefahren, um dort durch erste Anzahlungen die Arbeiten in Gang zu bringen - ohne "Cente" (Geld) passiert in Uganda leider gar nichts. 

Nachdem Julia und Conny einen Tag lang nur in ihrem Zimmer hocken und auf das Ende des Regens hoffen konnten, erklärte sich Uncle am nächsten Tag wieder bereit, mit den beiden Besorgungen zu machen und sie nach Nakatoogo zu fahren. Die Abfahrt verzögerte sich um Stunden und es war nicht wie geplant 14 Uhr sondern schon später Nachmittag, bis Uncle endlich mit dem gemieteten kleinen LKW aufkreuzte. In Masaka besorgten die drei dann allerhand Baumaterialien und machten sich bei Einbruch der Dunkelheit endlich auf nach Nakatoogo. Der wieder einsetzende Regen machte der schmalen Straße ins Dorf stark zu schaffen und der Versuch, an einem anderen LKW vorbeizukommen, endete für Uncle, Julia und Conny im Graben... Glücklicherweise sind alle mit einem Schrecken davon gekommen und nachdem rund zehn Männer das Vehikel bei Dunkelheit und strömendem Regen wieder aus dem Graben geangelt hatten, konnte die Fahrt weiter gehen. 

Seitdem gehen die Arbeiten im Haus laut Geraldessa gut voran. Sie ist jetzt für die Beaufsichtigung zuständig, schließlich ist es letztendlich ihr Haus und auch ihr Projekt und sobald Muzungus dort auftauchen wird alles nur viel teurer... Die eigentliche Garage haben die Arbeiter durch Mauern einer Wand bereits in zwei Zimmer umgewandelt. Eines davon soll in Zukunft für potentielle Volunteers zur Verfügung stehen. Auch ein Großteil der Wände ist schon verputzt und die Decke eingezogen. Natalia konnte endlich "ihren" Mushid, einen 17jährigen Künstler ausfindig machen, der in unseren Augen absolut liebenswürdig und sehr begabt ist. Wenn er im November mit der Schule fertig ist wird er die Außenansicht des Hauses mit seinen Malereien verschönern und er konnte Nicole so begeistern, dass sie ihn sogleich als "Hauskünstler" für NEIA adoptierte.

Die Warriors ließen noch eine weitere Woche auf sich warten und kamen schließlich erst am 20. August in Kampala an. Gemeinsam mit Geoffrey stürzten sie sich gleich am nächsten Tag in die Arbeit und begannen mit der Aufnahme ihrer Lieder. Besonders Nicole und Natalia waren begeistert davon, die Warriors kennen zu lernen, hatte Caren doch schon so viel von ihnen erzählt und geschwärmt. Und sie hat Recht behalten! Die Warriors sind einfach bemerkenswert und haben sich mit Leib und Seele ihrer Musik und ihrer "Revolution" im Slum verschrieben. Die Gruppe und Geoffrey "Dandaloo" haben sich auf Anhieb so gut verstanden, dass sie beschlossen haben, dass ihre musikalische Zusammenarbeit mit der Fertigstellung der gemeinsamen Benefiz-CD noch lange nicht enden soll.

Während sich die Musiker in Geoffreys kleinem Tonstudio ihrer ugandisch-kenianischen Kooperation widmeten, vereinten Nicole und Natalia ebenfalls zwei NEIA-Projekte: Marybeth vom Kinderprojekt in Katutura/Namibia hatte ihre Ideen zur Spielegestaltung aus Müll zur Verfügung gestellt, welche die beiden dann zu den Warriors-Klängen umsetzten. So entstand für die Kinder, die zukünftig im Home of Hope leben sollen ein Domino-Spiel aus Saftkartons; Pizzakartons und Kronkorken dienten als Basis für Mensch-ärger-Dich-nicht und Memory.

Unterdessen basteln Nicole und Natalia Spiele für das Home of Hope

 

Oktober 2007: Das Haus ist (fast) fertig
 

Unser Uncle hat ganze Arbeit geleistet: Das Haus ist fast fertig. Nur das Verputzen der äußeren Fassade und die Bemalung durch Mushid fehlen noch. Innen sind die Wände verputzt, der Boden ist drin und die Decke ist auch eingezogen.

Also konnten wir uns auf die Suche nach den Kindern machen. Zusammen mit Geraldessa suchten wir den Chairman von Nakatoogo auf. Denn er ist der richtige Ansprechpartner um herauszufinden wo die Waisenkinder leben.

 Nach zwei Tagen und einigen Märschen zu Häusern, die sich nach Chairman´s Aussage "a bit near" und "in a walkable distance" befanden ;) war Julia ziemlich sonnenverbrannt und Geraldessa auch einigermaßen müde, jedoch hatten wir 9 Kinder gefunden. Die ersten drei (Viola, Ivan und Jovia) zogen auch sogleich ein. Die anderen kamen nach und nach im Laufe der Woche und füllten das Haus sogleich mit Leben.

Die Jajjas (Omas und Opas) kamen auch gleich mit zum Haus und blieben gleich den ganzen Nachmittag. So soll das Haus auch fungieren, als Treffpunkt für Alt und Jung und als Ort für Austausch und Kontakt.

 Nachdem wir die Wasserstelle besucht hatten und die "walkable distance" sich doch als ein bisschen weiter weg herausstellte beschlossen wir auf einer kleinen Shoppingtour unter anderem einen Wassertank zu besorgen, um den Kindern den täglichen Gang zu ersparen.

Uncle brachte auch sogleich die Regenrinnen am Haus an und nun sind sie versorgt. Es hat auch schon geregnet und als der Tank voll war kamen die Nachbarn um auch ihre Kanister aufzufüllen.

 Alle Kinder sind bereits in der Schule angemeldet und das Leben im Home of Hope kann nun richtig losgehen!

Die Kinder warten schon dringend auf Besuch!

Also Volunteers, macht Euch auf den Weg nach Nakatoogo ;)

Julia wird übrigens bereits Anfang 2008 wieder nach dem Rechten sehen und auch Nicole wird sich im März wieder auf den Weg nach Uganda machen, um allen Spendern, Paten und Interessierten Neuigkeiten und Fotos aus dem Home of Hope mitzubringen.

Das Home of Hope wird zur Begegnungsstätte für ganz Nakatoogo

Die 'Matron' sorgt für die Kinder

Drei Muzungus und ein Waisenhaus...

Das Haus in Nakatoogo von außen

Wände, Boden und Decke müssen noch gemacht werden ...

... Toiletten gibt es aber schon!

Hier werden die Betten hergestellt

Der 17jährige Künstler Mushid wurde sogleich "adoptiert"

Mit den Warriors vor Geoffreys Studio

Steve, Nanda und Mtapa beim Recorden

 

Chairman, Geraldessa und Uncle machen Pläne - die Bänke konnten für die Kinder mit Hilfe der Spenden angeschafft werden

Hier werden Spendengelder "angelegt"

Der 'Compound' vor dem Haus ist umgegraben - hier soll ein Bolzplatz entstehen

Von Uncle's Wassertank profitiert bei starkem Regen auch die Nachbarschaft

 

 
  22. Januar 2008: Deutscher Besuch im Home of Hope

Seit drei Monaten leben die ersten zehn Kinder nun im Home of Hope. In Kürze sollen noch mindestens drei dazu kommen. Dank zahlreicher Patenschaften in Deutschland ist die Grundversorgung aller Kinder sichergestellt und sie können zur Schule gehen. Julia fliegt nun selbst wieder für zwei Monate nach Uganda und wird in dieser Zeit auch in Nakatoogo vorbeischauen. Außerdem wird sie die ersten beiden Volunteers im Home of Hope begrüßen und versuchen, ihnen den Einstieg in diese doch sehr andere Kultur etwas zu erleichtern. Im März wird auch Nicole das Waisenhaus wieder besuchen um sich davon zu überzeugen, dass die Gelder von Spendern und Paten auch vor Ort gut verwaltet werden. Aber da haben wir eigentlich gar keine Bedenken, denn Geraldessa hat jede Ausgabe vorbildlich dokumentiert. Sowohl Julia und Nicole als auch die Volunteers reisen im Übrigen auf eigene Kosten! Es wird an dieser Stelle also bald wieder neue Bilder und Berichte geben.

Die ersten vier Volunteers sind im Home of Hope angekommen

 
       
 

22. Februar 2008: Bericht von Julia

Seit gut vier Wochen bin ich wieder in Uganda und habe schon sehr viel erlebt, leider nicht nur Gutes...

Kaum war ich in Kampala angekommen, hat es mich auch schon gleich ins Home of Hope gezogen. Ich wollte die Kinder wiedersehen und persönlich erfahren wie es allen geht, was es Neues gibt und ein paar Tage dort verbringen.

Von den Kinder aus Home of Hope wurde ich sehr herzlich in Empfang genommen und sie haben sogar ein von Geraldessa selbst komponiertes Lied für mich gesungen. Die Briefe und Mitbringsel der Paten löste bei allen Bewohnern des Hauses große Freude aus und es war ein drunter und drüber. Man beschloss, alle Fotos und Briefe der Paten einzurahmen und im Haus aufzuhängen.

Am zweiten Tag habe ich mich mit Uncle und Geraldessa zusammengesetzt und über die weitere Vorgehensweise diskutiert. Es wurde beschlossen, das Haus zu streichen, weitere Betten und Türen anzuschaffen und vor allem noch sechs Kinder ins Home of Hope aufzunehmen - drei aus dem Dorf und drei aus Kampala.

Bei meinem nächsten Besuch lebte dann schon ein neuer kleiner Junge im Haus, der sich sehr vor der unbekannten Weißen fürchtete...

Zurück in Kampala half mir ein Streetworker dabei, drei weitere Vollwaisen ausfindig zu machen, mit denen ich dann nach Nakatoogo fahren wollte. Den dritten Jungen konnten wir leider noch nicht mitnehmen, da er zwischendurch einen Unfall hatte und noch genesen musste. Wir wurden per Telefon über den Unfall informiert und sind dann gleich zu einer kleinen Klink geeilt wo sie den bewusstlosen Jungen hingebracht hatten. Gleich war mir klar, dass wir das Kind dort nicht lassen können und wir haben uns auf den Weg in ein richtiges Krankenhaus gemacht. Der Junge hatte ein etwa 15cm lange klaffende und tiefe Wunde am Kopf und eine geschwollen Wange. Von diesem Krankenhaus hat man uns weiter zu einem anderen geschickt für eine Röntgenaufnahme und CT. Das Hin- und Her und die Untersuchungen haben endlos gedauert und ich war den Tränen nahe, denn ich dachte, das Kind stirbt uns einfach weg und niemand tut was. Musste ich doch zwischendurch erst Geld holen gehen, sonst hätten sie ihn nicht behandelt...

Am Ende hatte der Junge ein Fraktur des Wangenknochens und eben diese Wunde am Kopf und musste drei Tage im Krankenhaus bleiben. Nur dank der Spenden, die wir in Deutschland gesammelt haben, konnte er angemessen behandelt werden und es geht ihm mittlerweile wieder so gut, dass auch er in den nächsten Tagen ins Haus einziehen kann.

Die beiden ersten Volunteers sind nun auch angekommen und fühlen sich sehr wohl. Sie unterrichten morgens in der Schule, in die auch die Kinder gehen. Außerdem schaffen wir gerade einen Spielplatz an, und es gibt nun für alle 16 Kinder Betten und Matratzen.

 

Uncle hat das Haus in einem freundlichen Gelb streichen lassen...

... und veranlasst, dass von den Spendengeldern eine separate Küche gebaut wird

 

 
 

Auch ein Spielplatz wurde gebaut...

... auf dem sich die Kinder aus ganz Nakatoogo täglich nach der Schule austoben